Auf den folgenden Seiten informieren wir Sie über die mehr als 120-jährige Geschichte des KFV. Der Geschichtsteil gliedert sich in mehrere Rubriken (siehe Menüleiste links).
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In der Ehrengallerie der KFV-Helden der Spieler & Trainer, die in diesen Jahren mitgewirkt haben, möchten wir Ihnen einen groben Überblick auf die Persönlichkeiten verschaffen, die an der Entwicklung des KFV maßgeblich beteiligt waren.
Unter der Rubrik Spielstätten finden Sie alles über vergangene und aktuelle Sportplätze des KFV.
Ausführliche Statistiken zu Trainer, Vorsitzenden, Abschlusstabellen und vielen mehr finden Sie in der nächsten Rubrik.
Downloads zur Geschichte und historische Dokumente finden Sie in der Rubrik Downloads (ganz unten in der Menüleiste, im bereich "Interaktiv"). Ob Festschrift, Zeitungsartikel, Programmhefte, Vereinzeitschriften oder historische Originaldokumente - auf diese Dateien könnten Sie kostenlos in unserem Download-Bereich zugreifen!
Wir stehen für einen offenen Umgang mit unserer Geschichte mit größtmöglicher Transparenz die Sie bei keinem anderen Fußballklub finden werden.
Navigieren innerhalb der Vereinschronik können Sie ganz leicht mit den unten stehenden Seitenzahlen. Auf jeder Seite wird ein bestimmter Zeitraum der KFV-Geschichte behandelt.
- Erster Teil -
1889 - 1910





altes KFV-Logo in verschiedenen Variationen
Die größten nationalen Erfolge
Deutscher Meister 1910
Deutscher Vizemeister 1905, 1912
Süddeutscher Meister 1901, 1902, 1903, 1904, 1905, 1910, 1911, 1912

Sonstige Erfolge
Halbfinale der deutschen Meisterschaft 1903, 1911
Süddeutscher Vizemeister 1898, 1899, 1900
Meister Südkreisliga 1910, 1911, 1912
Südwestkreismeister 1922
Baden-Württembergischer Vizemeister 1922
Kreismeister Mittelbaden 1924, 1925
Baden-Württembergischer Bezirksmeister 1926
Badischer Meister 1928, 1929, 1931, 1932
Badischer Vizemeister 1927, 1930, 1933
Bezirksmeister 1938
Kreismeister 1943
Deutscher Vizeamateurmeister 1951
Teinahme an der deutschen Amateurmeisterschaft 1951, 1973, 1974
Nordbadischer Amateurmeister 1952, 1974
Nordbadischer Amateurvizemeister 1973
Nordbadischer Pokalmeister 1961, 1962, 1965
Nordbadischer Vizepokalmeister 1960
Bezirksligameister 1981 (Aufstieg Landesliga)
Landesligameister 1991 (Aufstieg Verbandsliga)
Teilnahme am deutschen Pokal 1935, 1937
Teilnahme Oberliga Süd 1945-1947 (höchste deutsche Spielklasse)
Teilnahme Gauliga 1933-1937, 1938-1941, 1943/44 (höchste Spielklasse)
Teilnahme 2. Oberliga Süd 1947-1957 (zweithöchste deutsche Spielklasse)
oben: Pokalsammlung des Karlsruher FV
Die erfolgreiche Zeit des Vereins liegt lange zurück. Vor dem Ersten Weltkrieg gehörte der Karlsruher FV zu den erfolgreichsten Fußballvereinen in Deutschland. Die Krönung war die Deutsche Meisterschaft 1910, die man vor 5.000 Zuschauern in Köln durch ein 1:0 n.V. gegen Holstein Kiel errang. Nach torloser regulärer Spielzeit fiel die Entscheidung in der zweiten Verlängerung, als der KFV- Mittelläufer Max Breunig einen Elfmeter verwandelte. Im Halbfinale hatte der KFV den Stadtkonkurrenten und Vorjahresmeister Phönix Karlsruhe mit einem knappen 2:1 besiegt. Darüber hinaus wurde man 1905 und 1912 Deutscher Vizemeister. 1910 hatte der Verein Massageräume und ab 1920 sogar ein Entmüdungsbecken. Zu den herausragenden Spielern dieser Zeit gehörte das Stürmertrio Fritz Förderer, Gottfried Fuchs und Julius Hirsch, das in den Jahren 1911 bis 1913 in mehreren Spielen der Nationalmannschaft den Innensturm bildete. Fuchs verewigte sich dabei mit seinen zehn Toren beim Spiel gegen die russische Mannschaft während der Olympischen Spiele in den Fußball-Geschichtsbüchern.
Das Fußballspiel gelangte bereits in den 1870er Jahren nach Karlsruhe, wo englische Studenten auf dem nach ihnen benannten Engländerplatz im Hardtwald an der Moltkestraße eifrig diesen Sport ausübten. Walther Bensemann gründete mit einigen Weggefährten den International Footballclub.
Fußballpionier und KFV-Gründer Walther Bensemann, der an zahlreichen Vereinsgründungen beteiligt war erinnerte sich in den 1920er Jahren: „Im September 1889 ließ ich aus der Schweiz einen Fußball kommen; der Ball wurde morgens vor der Schule aufgeblasen und in der 10-Uhr-Pause musste bereits ein Fenster des Gymnasiums daran glauben. [...] Direktor Wendt schickte uns auf den kleinen Exerzierplatz, Engländerplatz genannt. Hier hatten zwei Jahre zuvor einige Engländer sowie Gymnasiasten Rugby gespielt. Wenige Tage nach der Übersiedlung gründeten wir den 'Karlsruher Footballclub', der zuerst nur aus Pennälern bestand, dem aber in Kürze etwa 15 bis 20 Engländer beitraten.“

Foto der "Engländer-Kicker" (Engländer-Platz),
auch ca. 1890, mit Julius Hirsch (sitzend, dritter von links)
Allmählich wuchsen jedoch Gegensätze zwischen Bensemann und einigen I.F.C.-Mitgliedern, sodass dieser wieder austrat, mit dem Ziel einen rein deutschen Verein zu gründen.
Am 17. November 1891, mittags auf dem Engländerplatz, unter dem einzelnen dicken Baum an der Südseite des Platzes kam man endlich zusammen, um den Verein zu gründen. Im bewussten Gegensatz zum International Football Club gab man ihm den schlichten Namen "Karlsruher Fußballverein" und wählte die Vereinsfarben hellblau und weiß.
Fußball, als auch Rugby (bis auf den Großraum Frankfurt) war in Süddeutschland noch weitestgehend unbekannt und somit auch unterwickelt. „Fußballhauptstadt“ der Region war Karlsruhe, wo sich der International Football Club (1889), der Karlsruher FV (1891) die FC Karlsruher Kickers (1893) sowie der Karlsruher FV Phoenix .
Nach einer Welle von Austritten im Jahre 1893 hatte der noch junge KFV schwer zu kämpfen und Probleme, eine komplette Mannschaft aufstellen zu können. Die letzte Rettung für den geschwächten KFV war der I.F.C., der sich mit seiner kompletten Mannschaft dem KFV anschloss und in den Verein aufging. Dankbar übernahm der KFV daraufhin die Vereinsfarben des I.F.C. (Schwarz-rot) die der KFV heute noch trägt. Die Freude war groß mit den Engländern wieder eine starke Mannschaft stellen zu können. "Captain Cooper" vom ehemaligen I.F.C. leitete nun das KFV-Training.

1. Spiel des KFV, März 1892:
Internationaler Footballclub Karlsruhe - Karlsruher FV 1:0
Aufstellung (KFV): von Schleinitz, König, Stutz, Pfeiffer, Bensemann, E. Langer, Roth, Werner, Helbing, Zimmer, F. Langer
(der 1889 gegründete Internationale Footballclub fusionierte später mit dem KFV)

erstes Mannschaftsfoto des KFV auf dem Engländerplatz 1892
Auch die deutschen Fußballverbände gaben in den Anfangsjahren kein einheitliches Bild ab. Vielmehr bestanden viel zersplitterte regionale Verbände die teilweise sogar in Konkurrenz miteinander standen. Als lokale Dachverbände gründete sich zunächst die Süddeutsche Fußballunion (1893-1895), sowie 1897 der Verband süddeutscher Fußballverbände.
Erst ab der Saison 1903/04 organisierte der Verband Süddeutscher Fußball-Vereine (VSFV) einen Punktspielbetrieb in seinem Verbandsgebiet, das hierfür in Kreise und Staffeln eingeteilt wurde. So z.B. Staffel Pfalzgau (Mannheim, Heidelberg und Umgebung) oder die Staffel Mittelbaden (Karlsruhe und Umgebung). Die Spielausrüstung war schwer zu beschaffen.

KFV-Mannschaft im Jahre 1898

KFV-Mannschaft 1905
Das erste regionale Meisterschaftsendspiel des Verbandes Süddeutscher Vereine entschied der Freiburger FC 1897 in Strasbourg mit einem 2:0 gegen den Karlsruher FV für sich. Die ersten Kreismeisterschaften um die Jahrhundertwende entschied durchweg der Karlsruher FV. Fünf Mal in Folge – 1901, 1902, 1903, 1904 und 1905 – gewann man die Süddeutsche Meisterschaft und konnte sich damit ab der 1902/03 ausgetragenen Endrunde um den nationalen Titel qualifizieren. 1905 gelang dem KFV erstmals der Einzug ins Finale, in dem man aber Union 92 Berlin unterlag.

Prinz Max von Baden, der letzte Reichskanzler des Deutschen Kaiserreichs (1918) war ein großer Förderer des KFV.

die "Karlsruher Kickers" im Jahre 1893, eine Art Parallelmannschaft des KFV die sich 1895 wieder auflöste und im KFV aufging
Stehend von links: König, Ernst Langer, Grenier, Roth, Strube, Moormann. Sitzend von links: Ivo Schricker, Erwin Schricker, Walther Bensemann, Hall, Fritz Langer

1899
1903: Erstmalige Austragung der Deutschen Fußballmeisterschaft. Da die KFV-Verantwortlichen einem gefälschten, angeblich von dem Deutschen Fußballbund in Leipzig abgesandten Telegramm Glauben schenken, in dem das Halbfinalspiel gegen Prag abgesagt wurde, wird das Spiel für Prag gewertet und dem KFV die Chance auf den ersten Meistertitel genommen. Bis heute eine oft gehörte Anekdote.
Die KFV-Mannschaft von 1904:

Häfner, Julius Zinser, Dr. Ivo Schricker, Altenhein, Louis Heck, Fritz Langer, Roth, Holdermann, Wilhelm Langer, Ralf Wetzlich, Fritz Gutsch, Zweerts, Breining
Viertelfinale, Deutsche Meisterschaft 1904, 24.04.1904
Berliner T u.FC Union 1892 - Karlsruher FV 6:1 (2:1)
KFV-Aufstellung: W. Langer, E. Schricker, F. Gutsch, Häfner, Dr. Ivo Schricker, H. Ruzek, Schneider, F. Langer, Häring, J. Zinser, L. Heck
Deutscher Vizemeister 1905
Der KFV steht zum ersten Mal im Endspiel der Deutschen Fußballmeisterschaft, unterliegt jedoch Union 92 Berlin in Köln und wird Deutscher Vizemeister
Von links nach rechts: Sauter, Heck, Kistner, W. Langer, Altenhein, Jüngling (Dichter d. KFV-Liedes), E. Langer, F. Langer, Gutsch, Wetzler, Ruzek
Finale um die deutsche Meisterschaft: (11.6.1905)
Berliner T u.FC
Union 1892 - Karlsruher FV 2:0 (1:0)
Schiedsrichter: Dr. Reginald Joseph Westendarm
(Hamburg)
Zuschauer: 3.500,
Weidenpescher Park, Köln
KFV-Aufstellung: Schierbeck – Fritz Gutsch, Adolf Bouvy – Wilhelm Langer I, Ivo Schricker, Max Schwarze – Franz Ruzek, Louis Heck, Rudolf Wetzler, Julius Zinser, Holdermann
Tore:
1:0 (10.) Wagenseil
2:0 (50.) Herzog

Pin zum Meisterschaftsfinale 1905
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1906 | 1907 |

Die KFV-Mannschaft im Jahre 1908
1909: Erringung des ersten Länderspielsieges (1:0) durch die Deutsche Nationalmannschaft um Spielführer Josef Glaser (Freiburger FC), Karl Burger (SpVgg Fürth), Fritz Förderer (Phönix Karlsruhe), Eugen Kipp (Sportfreunde Stuttgart), Otto Löble (Stuttgarter Kickers), Emil Oberle (Phönix Karlsruhe) u.a., gegen die Schweiz im KFV-Stadion (04.04.)

1. Mannschaft des KFV im Jahre 1909: v. l. n. r.: Max Schwarze, Curt Hüber, Adolf Dell, Ernst Hollstein, unten Fritz Fuchs, Hermann Bosch, Max Breunig, Fritz Tscherter, Hans Ruzek, Fritz Förderer, Julius Hirsch
1910, Vorabend des großen Triumphes: Karlsruher Lokalderby zwischen dem FC Phönix Karlsruhe (Vorjahressieger der Deutschen Fußballmeisterschaft) und dem KFV bei einem Zwischenrundenspiel im Kampf um die Süddeutsche Meisterschaft im Stadion des KFV (1:2)
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Deutscher Meister 1910
Köln, 15. Mai 1910: Im Meisterschaftsendspiel zwischen dem KFV und Holstein Kiel steht es nach 90 Minuten 0:0. Schiedsrichter Max Grafe aus Leipzig gibt Verlängerung. In der 114. Minute verwandelt Max Breunig einen Elfmeter zum 1:0. Nach dem zweiten Anlauf (Vizemeister 1905) und der Telegramaffäre 1903, konnte der KFV endlich den verdienten Meisterschaftstitel bejubeln.
Obere Reihe: Hüber, Hirsch, Ruzek, Breunig, Schwarze, Dell;
Untere Reihe: Hollstein, Fuchs, Förderer, Tscherter, Bosch, Townley (Trainer)
Ein Kunststück das seitdem keine andere Stadt wiederholte. Karlsruhe stellte zwei Jahre in Folge, zwei deutsche Meister, aus zwei unterschiedlichen Vereinen. Im Gründungsjahr des FV 1912 gelang dem Karlsruher FV nochmals eine Vizemeisterschaft (0:1 gegen Holstein Kiel) und dominierte weiterhin in der süddeutschen Verbandsstaffel.
rechts: Meisterschaftspokal "Viktoria"
Finale um die deutsche Meisterschaft (15.5.1910)
Karlsruher FV - FV
Holstein Kiel 1:0 (0:0;0:0).
Schiedsrichter: Max Grafe (Leipzig)
Zuschauer: 5.000, Weidenpescher Park, Köln
Tore:
1:0 (114.) Breunig (Elfmeter)
KFV-Aufstellung: Adolf Dell
– Carl Hübner, Ernst Hollstein – Hans Ruzek, Max Breunig, Max Schwarze – Fritz
Tscherter, Fritz Förderer, Gottfried Fuchs, Julius Hirsch, Hermann Bosch
Trainer: William Townley
Telegramm von 1910 über den errungenen Meistertitel

Die Karlsruher Mannschaft im Meisterschaftsjahr 1910

Meisterschaftswimpel von 1910

Meistermannschaft: Hintere Reihe v.l.n.r.: Offizieller, Fritz Tscherter, Gottfried Fuchs, Hermann Bosch, Fritz Förderer, "Bill" Townley (Trainer); Mittlere Reihe: Hans Ruzek, Wilhelm Trump, Adolf Dell, Max Schwarze; Vordere Reihe: Hollstein, Curt Hüber, Max Breunig.

Gottfried Fuchs in Aktion

Stehend von links: Hübner, Burger, Tscherter, Ruzek, Breunig, Hollstein, Bosch, Gros. Sitzend von links: Förderer, Schwarze, Hirsch, Fuchs, Kächele

Prinz Max von Baden beim Besuch eines KFV-Spiels

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um 1910

Der gut erhaltene Meisterschaftswimpel des KFV aus dem Jahre 1910
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oben: Ein Spielbericht von 1910, ein 4:1-Sieg gegen den FC Bayern München

Werbeanzeige im Kicker: Der KFV war mit seinen herausragenden Spielern (wie hier Julius Hirsch) als Werbeträger prädestiniert.
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